Das grosse Fressen

Regie: Marco Ferreri,
Drehbuch: Rafael Azcona und Francis Blanche
Schauspieler: Michel Piccoli, Philippe Noiret, Marcello Mastroianni

Inhalt:

Vier Freunde treffen sich, um an einem Wochenende durch übermäßiges Essen kollektiven Suizid zu begehen. Der Jurist Philippe, der sein großes Stadthaus für den Selbstmord zur Verfügung stellt, begeistert sich für barocke Körperformen älterer Frauen. Flugkapitän Marcello, Philippes bester Freund, sucht sein Glück eher bei jungen Frauen, die ihm weitgehend widerstandslos „nachfliegen“ und dabei auch noch seine Koffer tragen. Das alles erfüllt Marcello jedoch nicht mehr und er sucht neue erotische Obsessionen. Die Vorliebe des Fernsehproduzenten Michel gilt Ballettübungen. Seine Übungen sieht er als Narzissmus. Zugleich hat er homoerotische Neigungen, die er allerdings nicht auslebt. Ugo dagegen weiß nicht so recht, was er noch vom Leben erwarten will, und übt sich in sehenswerten Don-Vito-Corleone-Imitationen. Aber dafür ist Ugo mit seiner Leidenschaft als Koch gesegnet und genießt augenscheinlich diesen Teil des Lebens. Zu den vier Freunden stößt eher zufällig die Lehrerin Andrea, die ebenfalls ganz offensichtlich Langeweile in Beruf und Leben verspürt und mit dem Männerquartett versucht, ihre eigenen und deren jeweilige sexuelle Phantasien auszuleben. Sie glaubt jedoch nicht wirklich daran, dass die vier sich letzten Endes die Freiheit nehmen werden, den Zeitpunkt ihres Todes selbst zu bestimmen. Marcello stirbt durch Unterkühlung, die anderen Freunde durch das übermäßige Essen. Zwischendurch explodiert die überfüllte Toilettenanlage des Anwesens und überflutet das Haus mit Exkrementen.

Hintergrund:

Der Film wurde in den 1970er Jahren als sehr schockierend aufgenommen. Neben der skandalösen Handlung waren es auch die derben Sex-Szenen, die explizit dargestellten „Fress-Szenen“ und die überdeutlich hörbaren Verdauungsgeräusche und Blähungen der Protagonisten, die den bisherigen Seh- und Hörgewohnheiten der 60er Jahre komplett zuwiderliefen. In einigen Kinos sollen Zuschauer in Ohnmacht gefallen sein oder sich sogar übergeben haben. In Irland wurde der Film mit einem Aufführungsverbot belegt.


(Quelle: Wikipedia)