Was die Großmutter noch wusste
Der Krebs liebt sein Heim und seine Familie über alles - Schwiegermutter
und Kaffeekränzchen ist also inbegriffen!
Falls das für Sie eine schreckliche Vorstellung ist, Finger weg vom Krebs
- obwohl er Ihnen zuliebe zumindest am Anfang auf einiges verzichten wird. Aber
das hält der arme Krebs auf die Dauer nicht durch, also quälen Sie ihn
nicht und lassen Sie ihn in Ruhe.
Die Saat ist ausgesät und entwickelt sich prächtig. Vorläufig gibt
es draussen nichts zu tun, so dass man sich wieder mal um Heim und Herd kümmern
kann...
Und wer könnte besser die Familie wieder unter einem Dach versammeln, als
der Krebs! Sein Zeichenherrscher Mond hat ihm alles uralte Wissen der Sippen vermacht,
was aufgrund der Fülle der vererbten Informationen einer großen Seele bedarf.
Und wer so mit geheimen Wissen versorgt wurde, ist logischerweise kein Kämpfer,
sondern er hat in trauter Runde seine Kenntnisse an andere weiterzugeben.
Ausserdem sitzt der Krebs ja nicht nur zu Hause - im Gegenteil: Schließlich
hat auch er eine Mission zu erfüllen. Und neugierig ist er ausserdem. Also
macht er sich erstaunlicherweise auf die Socken, um das Abenteuer in der wahren
Welt zu erleben. Wenn er während seiner Wanderschaft mal an eine ausländische
Gruppe gerät, benötigt er kein Wörterbuch - er kann sich auch so
blendend unterhalten. Und falls nicht, öffnet ihm sein liebenswertes Wesen
trotzdem jede Tür.
Abgesehen davon reizt so eine Gemeinschaft dann natürlich wieder dazu, das
Heim in der Ferne aufleben zu lassen. Flugs wird also das Kommando übernommen,
für familiäre Atmosphäre gesorgt, und die Mutter der Kompanie schwingt
endlich wieder ihren Kochlöffel.
Leider sorgt seine Empfindlichkeit auch dafür, dass er - wie der Fisch -
sich lieber treiben lässt, d.h. sich lieber einer Gruppe anschließt,
als einzeln etwas auf die Beine zu stellen. Dadurch kann bei stärkeren Sternzeichen
der Eindruck des "Klammerns" entstehen, obwohl sich genau der Krebs
gerne als unabhängig bezeichnet: Freiheitsliebende Geister jedenfalls ergreifen
dann schnell die Flucht.
Und dann zieht sich der Krebs enttäuscht in sein Schneckenhaus zurück
und hängt lieber der Phantasie nach, in der er sich sein Verständnis
von einer heilen Welt zurechtträumen kann. Ein Krebs nimmt sich Enttäuschungen
so zu Herzen, dass er richtig krank werden kann - und in letzter Konsequenz richtig
bösartig. Es ist als sein Partner also Ihre Aufgabe, ihn unbedingt vor der
Schlechtigkeit der Welt zu bewahren.
Meistens fühlt er sich sowieso zwischen den Welten: Seine Launen entsprechen
wohl der Anziehungskraft des Mondes - Ebbe und Flut. Und nachdem er nie so recht
weiß, wo er hingehört, neigt er dazu, nach aussen eine "Rolle"
zu spielen, die meistens recht schneidig ausfällt und keinesfalls etwas damit
zu tun hat, wie er wirklich ist. Bei dieser Verstellungs-Kunst können gerade
noch die Fische mithalten - aber wie diese leidet der Krebs selbst am meisten
darunter.
Aber im Gegensatz zum Fisch ist der Krebs erstaunlich bodenständig und wird
sich schneller auf dem Boden der Tatsachen zurechtfinden. Wahrscheinlich weil
er als Schalentier Wasser wie auch Strand gewöhnt ist, und somit wohl kaum
die Gefahr des "Versumpfens" besteht.
Die Krebse sind wahrhaft Meister ihres Heimes und fantastische Gastgeber und Köche.
Ein Stäublein in einer versteckten Ecke werden Sie wohl selten finden. Danken
Sie Ihrem Krebs für die Einladung, in dem Sie sein meistens angekratztes
Selbstvertrauen mit viel Lob wieder herstellen!
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