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Horoskop Schütze

Papst und Weltenbummler

Der Schütze braucht Erweiterung - er muss reisen, er muss andere Leute und Kulturen kennenlernen, wenn auch nur durch den Fernseher!

Bieten Sie ihm also einen anregenden Quell der Inspiration, erzählen Sie ihm viel von dem Buchband über Tibet, den sie gelesen haben, über Ihren letzten Urlaub in Italien, Ihre neuesten Erkenntnisse während der letzten Mediation und hören Sie dann geduldig seinem Vortrag zu, denn er hat sicherlich zu allem auch etwas zu berichten...
Im vorigen Monat wurde nachgedacht - jetzt ist die Zeit, Erkenntnisse daraus zu ziehen. Nachdem sowieso der Winter droht, macht man sich besser auf die Reise in wärmere Gefilde, dort kann man sein erworbenes Wissen überprüfen und vielleicht sogar erweitern...

Und mit dem Glücks-Planeten Jupiter, unter dem dieses Sternzeichen steht, kann man sich getrost auf die Socken machen!

Jupiter ist humorvoll, manchmal etwas selbstgefällig, weil er ja so gut Bescheid weiß, wohlwollend, großzügig und liebt den niveauvollen Erfahrungsaustausch, der beiden Seiten nützt. So hat er dem Schützen als Wiegen-Geschenk eine gehörige Portion Charme, Menschlich- und Freundlichkeit, gepaart mit einem nie endenden Wissensdurst mitgegeben. Sein Botschafter-Auftrag lautet, "hinaus in die Welt", um Kultur und Kunst aller Länder kennenzulernen und diese Erkenntnisse dem anderen beizubringen. Das geht bereits in seinem engsten Umfeld los: Denn bei keinem anderen Sternzeichen konnte ich soviele "ausländische" Partnerschaften beobachten.

Somit kann man die Schützen als "Schatz-Sucher" in unserem astrologischen Kreis bezeichnen.

Nachdem die Kraft der Sonne jetzt schon spürbar nachgelassen hat, ist der Schütze als drittes Feuerzeichen bei weitem nicht so wild wie der Widder oder läßt sich die Sonne faul auf den Pelz scheinen, wie der Löwe. Nein, er gehört zu den intuitiv klügsten Sternzeichen und weiß genau, wie schnell man sich die Finger verbrennen kann. Hoch hinaus wollen sie, aber sie wissen aus ihrem Lexikon, dass man der Sonne nicht zu nahe kommen darf.

Ein Schütze muss einfach alles wissen und tut auch eine Menge dafür, denn es wäre höchst peinlich, bei einem Gespräch nichts beitragen zu können! Ob nun im kleinen oder großen Stil: Er schart seine Anbeter um sich, um sie an seinen Erkenntnissen teilhaben - und sich etwas bewundern - zu lassen. Bei keiner Frage ist er um eine Antwort verlegen und fruchtbare Diskussionen werden meistens von ihm selbst gestartet, wobei er allerdings mindestens 5 Antworten auf eine einfache Frage zur Auswahl stellt, über die er selbst dann wie Dionyseus in der Tonne philosophiert. Das kann für die anderen natürlich auch ermüdend werden.

Aber wo soll er sonst mit seinem Mitteilungsdrang hin? Er hat die größte Mission aller Sternzeichen zu erfüllen (glaubt er). Und so wandelt er als Prediger und Meister seines Genres immer weiter, um neue Anbeter zu finden, die seine Worte von seinen Lippen saugen. Im Gegensatz zum Fisch finden wir hier nicht den asketischen Mönch, sondern Jupiter sorgt für die notwendige Leibesfülle und Lebenslust, die diesen Prediger auf der Suche nach dem Stein der Weisen zum humorvollen und fröhlichen Abenteurer a la "Indiana Jones" macht.

Es wäre wohl das Schrecklichste, würde man den Schützen isoliert halten, ihn abzuschneiden von jeder Kommunikation. Obwohl er selbst Zeiten der Besinnung braucht, um seine neuesten Erkenntnisse in sein Weltbild einzuordnen, muss er einfach hinaus in die Welt, damit die anderen endlich auch etwas lernen.

Und wenn er mal am predigen ist, kann einem das ganz schön auf die Nerven gehen. Seine Langmütigkeit nutzt er leider auch dazu, seiner Umgebung bis zur Erschöpfung seine Ansichten und Meinungen solange einzutrichtern, bis er überzeugt ist, sie haben es begriffen.

Nur merkt er dann nicht, dass die anfangs begeisterte Meute schon längst abgewinkt und sich, hinter vorgehaltener Hand gähnend, innerlich schon aus dem Staub gemacht hat. Das ist natürlich tragisch für den Schützen, der sich mit jedem Satz im Voraus schon weitere 100 Argumente zurechtgelegt hat, die dann keiner mehr hören will.

Nachdem die Schützen sehr viel wissen, wirken sie natürlich auch sehr selbstüberzeugt, was auf die Umwelt manchmal als ziemlich von sich eingenommen und arrogant wirkt. Wer immer das Wort "Halbgott in Weiß" erfunden hat, muss wohl an einen Schützen gedacht haben. Sie sind nunmal Kinder des Olymps und Bescheidenheit oder das Wort "Beschränkung" ist in Jupiter/Zeus Wortschatz ohnehin nicht vorhanden.

Das Wörtchen "Nein" leider auch nicht. Das ergibt unangenehme Situationen und bringt den Schützen von anderen manchmal den Vorwurf der Feigheit ein. Ausgerechnet diese Haudegen scheinen immer zu kneifen, wenn man von ihnen eine klare Stellungnahme verlangt. Sie drucksen rum, ergehen sich in Erläuterungen und in einem unauffälligen Moment sind sie verschwunden.

Schützen sind allerdings gemäß Jupiter/Zeus sehr gerecht, vielleicht wollen sie sich deshalb nicht gleich festlegen. Bei ihm wird garantiert keiner benachteiligt. Sie erfassen die Lage sehr schnell und werden ein weises Urteil fällen, das beide Seiten zufriedenstellen wird. Ihr natürlicher Stolz läßt viele Angriffe abprallen, so dass man sich wundert, dass sie immer noch mit Leuten Umgang pflegen, die man selbst schon längst auf der schwarzen Liste hat.

Aber unter normalen Umständen weiß der Schütze sehr wohl, wann es "genug" ist und verpasst sich selbst und anderen - in welcher Beziehung jetzt immer - eine Fastenkur, sodass eine gesunde Basis, von der aus man neuerlich starten kann, wieder hergestellt wird. Auch gelten Schützen als sehr sportlich, was einen guten Ausgleich zu ihrer geistigen Arbeit schafft.